Rückblick Gemeinderatssitzung vom 28.01.2019

Erweiterung und Umbau des Feuerwehrgerätehauses Kuppenheim – Vorstellung der Entwurfsplanung – Kosten rd. 5,4 Mio. € - Auch Neubau soll nochmals geprüft werden

Ende der 60er Jahre wurde das Feuerwehrgerätehaus in der Adlerstraße in Kuppenheim erbaut. Da nun zwischenzeitlich an vielen Stellen im Gerätehaus ein erheblicher Sanierungsbedarf besteht, wurden 2014/2015 aufgrund einer Bedarfsanalyse durch die Stadt in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr verschiedene Erweiterungs- und Standortvarianten erarbeitet. Dabei wurde auch intensiv über einen Standort „auf der grünen Wiese“ diskutiert. Jedoch waren sich der Gemeinderat und die Feuerwehr damals einig, dass der bisherige Standort -trotz der beengten Lage- optimal ist.
Auf dieser Grundlage wurde an einer Entwurfsplanung zur Sanierung des Feuerwehrgerätehauses gearbeitet. Das Gebäude wird nicht nur durch die Feuerwehr, sondern auch durch den Landkreis Rastatt genutzt, welcher im Untergeschoss eine Atemschutzübungsstrecke für die Landkreisfeuerwehren betreibt. Am Gerätehaus selbst wurden 2002 die Rolltore und 2008 die Fenster zur Adlerstraße hin erneuert. Ansonsten wurden keine weiteren größeren Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.
Bei Übungen und im Einsatzfall kleiden sich die Feuerwehrmänner und -frauen in der Fahrzeughalle an. Vor ein paar Jahren wurde für die Damen ein separater Raum mittels Ständerwände errichtet, damit diese sich zumindest abgetrennt von der offenen Fahrzeughalle umziehen können. Ein weiterer Nachteil beim derzeitigen Gebäudezustand ist, dass es im Erdgeschoss keine Duschen gibt. Die Feuerwehrkameraden und auch die Nutzer der Atemschutzübungsstrecke müssen sich im Obergeschoss duschen. Hier gibt es keinen direkten Anschluss an Umkleidekabinen. Die gesamten Sanitärräume müssen aufgrund ihrer Lage und ihres Zustandes dringend erneuert werden.
Auch die elektrischen Anlagen im Gebäude entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik bzw. auch nicht mehr den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften. Dies wurde bereits bei der letzten TÜV-Prüfung bemängelt.
In der Gemeinderatssitzung im Juni 2018 beschloss der Gemeinderat, das Architektenbüro Bernd Bistritz aus Rheinstetten mit der Planung zur Erweiterung und Sanierung zu beauftragen. Auf Basis des in der Vorplanung festgelegten Sanierungs- und Raumbedarfs, sowie einer Bestandsaufnahme, hat das Architektenbüro eine Entwurfsplanung mit dazugehöriger Kostenschätzung vorgelegt.

Bildunterschrift: Erweiterung und Umbau des Feuerwehrgerätehauses, Blick von der Friedrichstraße

Die Entwurfsplanung sieht vor, den Schlauchturm, sowie den bestehenden Gebäudeteil, in welchem sich u. a. der Eingangsbereich befindet, abzureißen.

Der Bereich, in dem der Abriss vorgesehen ist, soll ein unterkellerter Neubau errichtet werden, in welchem die Umkleiden, Sanitärräume, Sozial-, Technik- und Büroräume, sowie die Leitzentrale und ein Aufzug untergebracht werden sollen.
Eine Sanierung des Schlauchturmes und des Gebäudeteils würde zu hohe Kosten verursachen. Zudem wird der Schlauchturm nicht mehr für die Trocknung der Schläuche verwendet. Da es sich bei der neu zu schaffenden Nutzfläche um einen Neubau handelt, ist dieser förderfähig.
Der Abriss des Schlauchturmes soll auch dazu dienen, auf dem Grundstück den nötigen Platzbedarf für die baurechtlich geforderten Stellplätze zu schaffen.

Ein weiterer Anbau ist zur Friedrichstraße hin geplant. Im Erdgeschoss soll eine Waschbox untergebracht werden, in welcher die Einsatzfahrzeuge gereinigt werden können. Zudem kann die Waschbox auch zur Säuberung der verschmutzten Einsatzgeräte und zur Zwischenlagerung der Versorgungscontainer dienen. Im Obergeschoss soll der Mannschaftsraum vergrößert werden.
Des Weiteren sieht die Planung eine komplette Sanierung des Bestandsgebäudes vor. Dies bedeutet, dass sämtliche Wasser- und Abwasserleitungen, sowie die Toilettenanlagen im Obergeschoss und die Elektroinstallation erneuert werden müssen. In der Fahrzeughalle muss die Verrohrung der Absaugeanlage erneut werden. Die vorhandene Wärmeversorgungsanlage wird komplett zurück gebaut und die geplante neue Wärmeversorgung an den künftigen Energiebedarf angepasst.
Zur Erfüllung der Normen und Grenzwerte ist ein Wärmedämmverbundsystem geplant. Für die Dachkonstruktion ist ein Satteldach über dem Bestandsgebäude und dem Neubau mit Trapezblecheindeckung und Wärmedämmung vorgesehen.

Im Zuge der Detail- und Ausführungsplanung müssen noch diverse Punkte geklärt werden, wie z. B. die Auslagerung der Feuerwehr während der Bauphase, die Verlagerung der Mobilfunkantennen auf dem derzeitigen Schlauchturm oder die Schaffung zusätzlicher Parkplätze.
Da die Räumlichkeiten der Atemschutzstrecke des Landkreises ebenfalls von der Sanierung und Erweiterung betroffen sind, ist geplant, u. a. auch den Vorbereitungsraum im Untergeschoss zu vergrößern, einen Sanitätsraum sowie separate Toiletten und Duschen für die Teilnehmer der Atemschutzübungen einzubauen. Im Obergeschoss soll ein Raum für Schulungen der Atemschutzstrecke zur Verfügung gestellt werden. Sämtliche Kosten, die die Umbaumaßnahmen der Atemschutzstrecke betreffen, müssen jedoch zu 100 % vom Landkreis getragen werden. Gemeinsam genutzte Bereiche und Ausstattungen wie Treppenhaus, Aufzug und Heizungsanlage werden anteilig getragen.

Die Kostenschätzung für die Gesamtmaßnahme beläuft sich auf rd. 5, 44 Mio. €. Darin beinhaltet sind die Abbrucharbeiten, die Baukonstruktion, die technischen Anlagen, die Außenanlagen, die Ausstattung, sämtliche Honorarleistungen und die weiteren Baunebenkosten. Es entfallen rd. 4,56 Mio. € auf die Stadt Kuppenheim und 880.000 € auf den Landkreis Rastatt. Bei vollständiger Anerkennung der Förderantrags, könnte die Stadt eine Förderung von rund 174.000 € erhalten. Die Höhe des Finanzierungsbetrags für die Stadt Kuppenheim beläuft sich dann nach Abzug des Anteils des Landkreises und der zu erwartenden Förderung durch das Feuerwehrwesen auf rd. 4,386 Mio. €.
Nach Vorstellung dieses Sanierungskonzeptes in der Sitzung am vergangenen Montag wurde von der CDU-Fraktion der Vorschlag eingebracht, doch einen Neubau zu prüfen. Angeregt wurde ein Neubau am jetzigen Standort der Wörtelhalle in der Adlerstraße. Die Neubaukosten ohne Unterkellerung wurden vom Architekten auf rd. 8 Mio. € beziffert. Die Verwaltung nahm diesen Arbeitsauftrag mit und wird nun in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem Architekturbüro prüfen, ob der vorgeschlagene Standort für einen Neubau denkbar wäre.

Der Gemeinderat nahm die vorgestellte Entwurfsplanung des Architektenbüros Bistritz zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung parallel zur Prüfung des alternativen Standortes mit der Einreichung des Förderantrags im Falle eines Teilabrisses und Neubau sowie einer Sanierung des Bestandsgebäudes.

Gemeinderat vergibt Montage und Lieferung der Mobilen Trennwand für Veranstaltungshalle
Die Bauarbeiten der Mobilen Trennwand zum Neubau der Veranstaltungshalle wurden beschränkt ausgeschrieben. Insgesamt wurden 6 Fachfirmen dazu aufgefordert, Angebote abzugeben. Aufgrund der guten Auftragslage haben nur drei Anbieter ein Angebot abgegeben. Zwei Angebote konnten nicht gewertet werden und wurden daher vom Wettbewerb ausgeschlossen. Grundlage der Planung und Ausschreibung ist die Ausführung einer Bodenführungsschiene für die Führung der Trennwände beim Öffnen der verschiebbaren Trennwände in die „Parkstellung“. Aufgrund der Größe der Trennwände ist eine Bodenführungsschiene zwingend erforderlich.
Nur ein Anbieter, die Firma Günther GmbH & Co. aus Glatten, erfüllt die zwingenden Ausschreibungsvorgaben. Das Bruttoangebot beträgt 69.661,41 € und liegt unterhalb der Kostenschätzung. Der Gemeinderat stimmte der Vergabe einstimmig zu.
Die fortgeschriebenen Baukosten betragen momentan 5.887,32 EUR, was einer Abweichung von 4,21% entspricht. Die Abweichungen liegen weiterhin innerhalb der kalkulierten Indexsteigerungen.

Konzept zur Freiflächengestaltung der Veranstaltungshalle
Das Büro faktor grün aus Freiburg hat ein Konzept zur Gestaltung der Außenanlage für die Veranstaltungshalle erarbeitet. Der Entwurf wurde durch den Landschaftsarchitekten Markus Rötzer dem Gemeinderat vorgestellt. In der Planung ist die Schaffung einer Festwiese mit rd. 630 m² vorgesehen. Sitzmöbel und Holzdecks grenzen den Wiesenbereich von den Verkehrsflächen ab und sollen zum Verweilen einladen. Aufgrund der architektonischen Sprache des Gebäudes soll der Vorplatz der Halle mit großformatigen Betonplatten belegt werden. Für die vorhandene Infrastruktur, wie z. B. Leitungen, werden die Plattengrößen entsprechend angepasst, um auch in der Zukunft ohne größeren Aufwand Wartungsarbeiten durchführen zu können.
Der Gemeinderat trug den vorgestellten Gestaltungsvorschlag mit und beauftragte die Verwaltung gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro in die Detailplanungen einzusteigen.

Bildunterschrift: Ausschnitt Eingangsbereich Veranstaltungshalle

Bildunterschrift: Abmessungen Außenbereich Veranstaltungshalle

Stadträtin Christa Wandler scheidet nach über 35 Jahren aus Gemeinderat aus
Am vergangenen Montag war Stadträtin Christa Wandler zum letzten Mal in der Funktion als Ratsmitglied in der Gemeinderatssitzung. Sie hat zum 15.02.2019 den Antrag auf Entbindung ihres Stadtratsmandats eingereicht.
Gemäß der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg kann ein Bürger sein Ausscheiden aus dem Gemeinderat beantragen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Beispielsweise wenn die Zugehörigkeit zum Gemeinderat mindestens 10 Jahren lang bestand. Im Oktober 1984 wurde Stadträtin Christa Wandler erstmals in den Gemeinderat gewählt und hat bis heute ihr Amt ununterbrochen ausgeübt. Des Weiteren erfüllt sie ein weiteres Kriterium, da sie älter als 62 Jahre alt ist.
Der Gemeinderat stimmte einstimmig dem Ausscheiden von Christa Wandler zum 15.02.2019 zu. Ihre offizielle Verabschiedung findet im Rahmen der letzten Sitzung des noch amtierenden Gemeinderates nach den Kommunalwahlen voraussichtlich im Juli 2019 statt.
Scheiden Gemeinderäte vor Ablaufen ihrer Amtszeit aus dem Gemeinderat aus, rücken die bei der Wahl festgestellten Ersatzpersonen nach. Die Reihenfolge ergibt sich aus den erreichten Stimmzahlen. Durch Ausscheiden von Christa Wandler rückt aufgrund des Wahlergebnisses der letzten Kommunalwahlen im Jahr 2014 Herr Thomas Schoch in den Gemeinderat nach. Seine Vereidigung ist für die nächste Sitzung im Februar geplant.

 

 

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