Bürgermeister Karsten Mußler lud zum Neujahrsempfang ins Rathaus

Stadtehrennadel in Silber für Franz Utz. Rückblick und Ausschau auf zahlreiche Projekte.
(HS) Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Gesellschaft und Politik waren zum Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag ins Rathaus gekommen.

Bürgermeister Karsten Mußler resümierte dabei in einem Rückblick die Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung im letzten Jahr, gab Informationen zu teilweise rasanten Entwicklungen und Projekten und würdigte die herausragende ehrenamtliche Tätigkeit vieler Bürgerinnen und Bürger, ohne die eine intakte Gemeinschaft wie in Kuppenheim nicht denkbar wäre.

Für herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde Franz Utz mit der Stadtehrennadel in Silber ausgezeichnet. Franz Utz war von 1994 bis 1999 Gemeinderat und ist seit der Gründung des Kirchenbauvereins (1999) Vorstandsmitglied, seit geraumer Zeit Schatzmeister. Der Feuerwehr gehört er seit 39 Jahren an, ist Träger des Leistungsabzeichens in Bronze, Silber und Gold, wurde ausgezeichnet mit dem Feuerwehr Ehrenzeichen in Silber und mit dem Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber für besondere Leistungen im Feuerwehrdienst. Wie Bürgermeister Karsten Mußler ausführte, ist Franz Utz außerdem Mitglied im Führungsstab der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Rastatt. Sein weiterer ehrenamtlicher Werdegang in der Feuerwehr führte zur Ernennung des Atemschutzverantwortlichen im Jahr 2000, zum Zugführer ab Januar 2007 und zum stellvertretenden Gesamtkommandant ab dem Jahr 2009. Bürgermeister Karsten Mußler würdigte die ehrenamtlichen Verdienste von Franz Utz. Wenn er gebraucht werde sei er immer da, sagte der Bürgermeister und verlieh ihm unter dem anhaltenden Beifall der zahlreichen Besucher des Neujahrsempfangs die Stadtehrennadel in Silber.

Aufnahme von Flüchtlingen ist Herausforderung für Kuppenheim
Bürgermeister Karsten Mußler erklärte, die spontane Bereitschaft sehr vieler Mitbürger bei der Aufnahme von zirka 75 Flüchtlingen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten, mitzuwirken, sei sehr beeindruckend gewesen. Die Flüchtlinge werden bereits im Februar erwartet.
Am 21. Januar wird ein „runder Tisch“ die Hilfsmöglichkeiten erörtern. „Helfen Sie uns und dem Landratsamt als verantwortliche Behörde, dass diese Menschen sich bei uns willkommen fühlen“, erklärte der Bürgermeister. Es spiele für ihn keine Rolle, ob diese Menschen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen geflohen sind. Kaum einer verlasse freiwillig und ohne Not seine Heimat. Es sei unsere gemeinschaftliche Aufgabe, dass wir diese Menschen offen und warmherzig hier in Kuppenheim und im gesamten Landkreis Rastatt empfangen werden.

Zahlreiche Projekte
Im vergangenen Jahr hat sich vieles bewegt und neue Projekte stehen für 2015 an. Allerdings müsse man auch deutlich sagen, so Bürgermeister Karsten Mußler, dass trotz finanzieller Lage durch die anhaltend gute Konjunktur nach wie vor mehr Aufgaben als Geld vorhanden sind. Der noch bestehende Sanierungsbedarf wie z.B. in der Favoriteschule, im Feuerwehrgerätehaus, im Kindergarten Arche Noah, im Cuppamare und vor allem bei den Straßen und Kanälen muss in den kommenden Jahren weiter Schritt für Schritt und vor allem unter Beachtung der finanzierbaren Möglichkeiten weiter abgearbeitet werden.

Diese Aufgaben solide und verantwortungsvoll abzuarbeiten sei nicht einfach. Bürgermeister Karsten Mußler sagte, er sei sich aber sicher, dass Gemeinderat und Verwaltung in aller Transparenz und Offenheit gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und vor allem auch gemeinsam mit den Vereinen diese Herausforderungen erfolgreich bewältigt werden können.

Mit einer Bedarfsumfrage bei den örtlichen Vereinen ist Mitte des vergangenen Jahres das Projekt „Veranstaltungshalle“ gestartet. Bei einem Projekt dieser Größenordnung, insbesondere was die Folgekosten betrifft, gelte Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Mit einbezogen in diesen Planungsprozess ist auch die Frage der Überplanung des Sportgeländes beim Cuppamare. In mehreren Planungs- und Diskussionsforen, Versammlungen und Zusammenkünften mit den Vereinen wurden die komplexen Themen intensiv diskutiert. Anfang 2016 wird man wissen, wie die künftige Veranstaltungshalle aussehen könnte, was sie kostet und wie die solide Finanzierung aussieht.

Nachfrage nach Wohnbaueigentum anhaltend hoch
Nachdem das Baugebiet Pfaffenacker erheblich schneller als gedacht bebaut ist, hat der Gemeinderat beschlossen, das Baugebiet „Unterer Frauberg“ in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. Im Pfaffenacker wohnen inzwischen über 550 Bürgerinnen und Bürger, 165 Grundstücke sind Stand heute bebaut. Die Nachfrage nach Wohnbaueigentum ist anhaltend hoch, von daher ist man guter Dinge, dass auch das Neubaugebiet „Unterer Frauberg“ ein voller Erfolg wird.
Konsequent fortgeführt wird die Sanierung der Straßen und Kanäle. Bürgermeister Karsten Mußler führte aus, dass mehrere Kleinbaumaßnahmen aber auch die Großbaustellen in der Wörtel-, Mozart, und Schubertstraße erfolgreich abgeschlossen worden sind. Einen aktiven Beitrag in Sachen Gewässerschutz leiste die Stadt Kuppenheim in Kooperation mit der Daimler AG. Bis Mitte April werde das Regenklärbecken im Eichet errichtet und rund eine Mio. Euro verbaut sein.

Einen erfreulichen Verlauf nimmt die Stadtsanierung Murgvorstadt/Wörtel. Etliche Häuser wurden mit Unterstützung der Stadt und mit erheblichen Fördermitteln von den privaten Eigentümern saniert. Das Wohnumfeld rund um die Karlstraße wurde durch die öffentlichen und privaten Sanierungen erheblich aufgewertet.
Die Bauarbeiten zum Bürgerpark beim Kriegerdenkmal und beim Englischen Garten konnten pünktlich zu den Sommerferien abgeschlossen werden. Der Bürgerpark wurde sofort von Jung und Alt mit großer Begeisterung in Anspruch genommen. Das Kriegerdenkmal wurde saniert und an seinem angestammten Platz belassen. Durch die Symbiose des Denkmals mit dem Bürgerpark interessieren sich nun erheblich mehr Bürgerinnen und Bürger für das Denkmal, als es in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war.

Zur Jahresmitte begannen die Arbeiten am Dorfplatz und in der Hauptstraße in Oberndorf. Die notwendigen Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum hat die Stadt glücklicherweise für die rund 1,6 Mio. teure Maßnahme erhalten. Wenn alles gut läuft, so Bürgermeister Karsten Mußler, werden der Dorfplatz und die Oberndorfer Hauptstraße bereits Ende 2015 in neuem Glanz erstrahlen.

Radwegenetz wird maßgeblich aufgewertet
Der Gemeinderat hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, die Situation der Radwege in und um Kuppenheim zu verbessern. Vor wenigen Tagen wurde der Radweg am Kanaldamm nach Rastatt fertiggestellt. Damit verbessert sich die Situation für alle Radfahrer, insbesondere natürlich für die Berufstätigen und die Schüler, die diesen Radweg nahezu täglich benutzen.

Bürgermeister Karsten Mußler zeigte sich erfreut, dass die Stadt gute Nachrichten aus Stuttgart bezüglich der Realisierung der Radwege nach Muggensturm und nach Haueneberstein erhalten hat. Wenn alles gut läuft und keine weiteren Hindernisse entstehen, könnte der Bau der Radwege bereits 2015 starten.
Die Landesregierung hat die Sanierung und Neugestaltung der L67 und zur B462 in das Landesstraßenbauprogramm 2015/2016 mit aufgenommen. Dies ist für Kuppenheim ein großer Erfolg, da lediglich fünf Maßnahmen überhaupt für die Jahre 2015/2016 im gesamten Regierungspräsidium Karlsruhe in das Landesstraßenbauprogramm aufgenommen wurden.
Damit, so Bürgermeister Karsten Mußler, könne ab 2015 auch mit der langersehnten Anbindung der K3715 – der Rauentaler Straße, und mit dem Bau des Radwegs nach Muggensturm begonnen werden.

Schulbetreuung, Ganztagsschule und Kindergärten
Ein wichtiger Baustein in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt für die Stadt Kuppenheim die Schulbetreuung und die Ganztagsschule in der Grundschule ein. Bereits seit vielen Jahren bietet die Stadt Kuppenheim den Familien eine umfassende Betreuung rund um den Schulbetrieb in der Favoriteschule an. Seit dem Schuljahr 2014/15 besuchen nun auch 27 Erstklässler die Ganztagsschule. Zug um Zug wird in den kommenden Jahren das Ganztagsangebot erweitert. Die Damen der Schulbetreuung betreuen nun über die Mittagszeit und in den Schulferien rund 100 Kinder. Wer hätte dies noch vor einigen Jahren geglaubt, als der Gemeinderat über die Mindestzahlen für den Erhalt der Kernzeitbetreuung diskutierte.

Die Schulentwicklung wird eines der wichtigen zentralen Themen im Jahr 2015 sein. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Muggensturm und Bischweier, mit den Rektoren und den Lehrerkollegien, aber auch mit den Elternvertretern wird entschieden werden müssen, welche weiterführenden Schulen die Stadt als Schulträger vor Ort künftig anbieten kann. In der Aufgabe als Schulträger sorgt die Stadt dafür, dass die Schulen funktional und personell sehr gut ausgestattet sind. Seit diesem Schuljahr sind zwei Vollzeitkräfte als Schulsozialarbeiter in den Schulen tätig. Für einen sinnvollen Schulentwicklungsprozess sind jedoch verlässliche Rahmenbedingungen im Schulgesetz wichtig.

Es wurden 65 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen und die Betreuungsformen in den Kindergärten erheblich ausgeweitet und flexibilisiert. Insgesamt 321 Kindergarten- und Krippenplätze stehen für Kuppenheimer Kinder in fünf Kindergärten zur Verfügung. 46 Erzieherinnen kümmern sich um das Wohl der Jüngsten. Der jährliche Etat für die Kindergärten wächst im kommenden Jahr auf über 2 Mio. Euro, ohne Berücksichtigung der Investitionen.
Es ist erfreulich zu sehen, dass nicht nur der erst im September 2013 fertiggestellte Kindergarten Villa Picolino sondern auch die anderen Kindergärten, vollständig belegt sind. Vor wenigen Wochen wurde der Spatenstich für den neuen Kindergarten „Kleine Riesen“ in der Kleinau vollzogen. Die Kinder freuen sich bereits darauf, ihr neues Domizil im September beziehen zu können.

Nach wie vor liegt die Priorität im städtischen Haushalt in der Erhaltung der Infrastruktur. Nachdem die Sanierung und Erweiterung der Realschule für über fünf Millionen erfolgreich abgeschlossen wurde, konnte im Herbst auch die Sanierung der Großsporthalle beim Cuppamare beendet werden. Die Sporthalle ist nun technisch, energetisch und in Sachen Brandschutz auf neuestem Niveau. Rund 2,5 Mio Euro wurden vor allem für die Vereine und Schulen investiert. Die tatkräftige Mithilfe der örtlichen Vereine bei der Sanierung der Umkleide- und Sanitärbereiche hat hierzu beigetragen.

Grund- und Trinkwasser, Kronospan
Ein die Schlagzeilen beherrschendes Thema ist die Belastung des Grund- und Trinkwassers im gesamten mittelbadischen Raum und leider auch in Kuppenheim. Unverantwortlich handelnde Menschen haben die landwirtschaftlichen Felder und damit die Böden mit PFC verunreinigt. Seit weit über einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft. In nahezu allen Trinkwassersystemen der umliegenden Wasserversorger finden sich Spuren von PFC. In Kuppenheim wurde zeitweise der sogenannte Vorsorgewert von 0,1 Mikrogramm überschritten. Die Verunsicherung in der Bevölkerung war groß. Die Stadt Kuppenheim und der Wasserversorgungsverband haben stets in aller Transparenz und Offenheit agiert. Eine sehr erfreuliche Mitteilung hat die Stadt dann am Jahresende erreicht. Durch kostspielige technische Maßnahmen des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal und durch die Reaktivierung eines alten Brunnens beim Schloß Favorite konnte der Vorsorgewert im Trinkwasser von 0,1 nun mit 0,03 Mikrogramm pro Liter deutlich unterschritten werden und das Trinkwasser ist wieder unbelastet.

Der Dank von Bürgermeister Karsten Mußler galt den Mitarbeitern des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal, die schnell und mit vollem Einsatz gehandelt haben. Während man im Ministerium und im Regierungspräsidium noch über Regularien in Arbeitsgruppen berät, haben die Mitarbeiter des Wasserversorgungsverbands, allen voran der Wassermeister im Wasserwerk Förch, Uwe Gerstner, hervorragende Arbeit geleistet und zahlreiche Überstunden zur Behebung des Problems geleistet. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Wasserversorgern soll nun unter der Federführung der eneREGIO am Aufbau einer regionalen Notwasserversorgung gearbeitet werden.

Kurz vor Weihnachten hat die Firma Kronospan einen Antrag u.a. zur Modifizierung der Holzaufbereitung eingereicht. Gemeinsam mit Bischweier hat Kuppenheim zunächst erreicht, dass ein Verfahren zur Beteiligung der Öffentlichkeit durch das Regierungspräsidium durchgeführt wird. Die Gemeinden müssen bis Ende Januar eine Stellungnahme abgeben, die Privaten haben hierzu zwei Wochen länger Gelegenheit. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Antrag ist eine Herkulesaufgabe. Bischweier und Kuppenheim haben hierzu gemeinsamen technischen und juristischen Sachverstand beauftragt. Am Montag dem 26. Januar findet eigens zu diesem Thema eine gemeinsame öffentliche Sitzung der Gemeinderäte von Kuppenheim und Bischweier statt.

Danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Neujahrsempfang alles bestens vorbereitet haben. Ein Danke gilt auch dem Kirchenchor St. Sebastian mit seinem Dirigenten Michael Diefenbacher für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung und der Katholischen Frauengemeinschaft unter der Leitung von Christa Wandler für die Bewirtung.

 

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