Jahresrückblick – Ausblick 2021

Liebe Bürgerinnen und Bürger,aufgrund der Corona-Pandemie mussten im vergangenen Jahr, dem 925. Jubiläumsjahr unserer Stadt, zahlreiche geplante Veranstaltungen, Konzerte und Feste abgesagt werden. Ob und in welcher Form die Veranstaltungen 2021 nachgeholt werden können, ist momentan noch nicht absehbar. Leider musste auch der traditionelle Neujahrsempfang zum Jahresbeginn ausfallen. Daher möchte ich Ihnen auf diesem Weg einen Rückblick auf die wichtigsten Projekte im abgelaufenen Jahr und einen Ausblick auf das neue Jahr 2021 geben.

Neujahrsempfang 2020 in der neuen Veranstaltungshalle - die Welt war noch in Ordnung

Bei der feierlichen Eröffnung unserer Veranstaltungshalle und dem mit über 500 Gästen besuchten Neujahrsempfang konnte noch niemand ahnen, dass die Welt sich nur wenige Wochen später in einer bislang nicht gekannten Krisensituation befindet. Das Gesundheitswesen arbeitet seither im Ausnahmezustand. Dank dem unglaublichen Einsatz vieler Menschen im Gesundheitswesen konnten wir die Lage in unserer Region weitestgehend beherrschen. Leider haben sich bis heute auch 180 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt mit Corona infiziert und wir haben in Kuppenheim Todesopfer zu beklagen. Schwierige Monate haben auch unsere Freunde in Raon L’Etape und Filottrano erleben müssen. In dieser Krise hat sich aber gezeigt, dass die Freunde in den Partnerstädten nicht vergessen sind und sich gegenseitig stützen.Wie überall auf der Welt bangen auch in Kuppenheim die Gastronomiebetriebe, die Betriebe des Einzelhandels und viele andere Unternehmen um ihre Existenz und ihre Zukunft. Es bleibt zu hoffen, dass wir durch die Unterstützungsprogramme des Bundes und des Landes keinen dieser Betriebe verlieren. Die Kuppenheimer haben wieder einmal bewiesen, dass sie in schwierigen Situationen zusammenhalten, sich solidarisch zeigen und aufeinander achten. Bedürftige Mitbürger und notleidende Betriebe haben eine große Unterstützung erfahren und werden nach besten Kräften unterstützt. Auch für die rd. 110 städtischen Mitarbeiter war das vergangene Jahr eine enorme Herausforderung. Während manche Menschen noch immer die Gefahr des Virus in Frage stellen, haben unsere Erzieherinnen in den Kindergärten, die Mitarbeiterinnen in der Schulbetreuung und die Beschäftigten in den Schulen außerordentliches geleistet. Das Ordnungsamt war zum Teil rund um die Uhr im Einsatz und die Mitarbeiter mussten sich wöchentlich in neue Vorschriften einarbeiten und die Regelungen umsetzen. Mein Dank gilt daher allen städtischen Bediensteten, die flexibel und mit voller Kraft ihre Aufgaben bewältigten und ihr Bestes gegeben haben, um diese Krisensituation zu bewältigen. Trotz der Pandemie und der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, an den wichtigen städtischen Großprojekten festzuhalten und diese planmäßig zu realisieren. Es handelt sich um Investitionen in Pflichtaufgaben, die nicht weiter aufgeschoben werden sollen.  Da in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet wurde, verfügt die Stadt Kuppenheim, trotz der aktuellen Belastungen, über eine solide wirtschaftliche Grundlage, um diese Aufgaben anzugehen.Die mit einer Investitionssumme von rd. 9,1 Mio. € größte Baustelle ist aktuell die Sanierung der Favoriteschule. Die Sanierung während des laufenden Schulbetriebs stellt Schüler, Lehrer, Planer und Handwerker vor große Herausforderungen. Die Schule wird bis Ende 2022 sowohl energetisch als auch technisch auf den neuesten Stand gebracht. Zudem wird die Favoriteschule dann auch barrierefrei sein. Bis zum Jahreswechsel waren über die Hälfte der Bauleistungen bereits beauftragt. Abgeschlossen ist bereits die Sanierung der Toilettenanlage. Ende Januar können die ersten sanierten Klassenzimmer Zug um Zug wieder belegt werden.

Blick in den Aufzugsschacht – die Grund- und Werkreale wird barrierefrei
Die Klassenzimmer nehmen Form (und Farbe) an

Neben den baulichen Maßnahmen wurden alle Schulen mit weiteren IPads, Tastaturen, Beamern, zusätzlichen Access-Points, moderner Lern- und Verwaltungssoftware sowie neuen Servern ausgestattet. An unseren Schulen ist gesichert, dass alle Kinder die erforderliche Ausstattung für den Heimunterricht zur Verfügung gestellt bekommen.In 2021 soll eine Sanierungsstudie für die Grundschule und Sporthalle in Oberndorf erstellt werden, um auch für diese Gebäude den Sanierungsaufwand abzuschätzen und Fördermittel für eine Sanierung beantragen zu können. Im Januar 2020 wurde die neue Veranstaltungshalle in Betrieb genommen. Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen zu Gestaltung und Planung erhalten. Der Bau der Veranstaltungshalle konnte erfolgreich innerhalb des gesetzten Zeitplans und innerhalb des vom Gemeinderat genehmigten Kostenbudgets realisiert werden. Nach wie vor laufen die letzten Schlussabnahmen und die Prüfung der Schlussrechnungen für die Veranstaltungshalle. Leider konnte die Veranstaltungshalle aufgrund der Pandemie bislang nicht im geplanten Umfang genutzt werden. Insgesamt 22 fest gebuchte Termine für die neue Veranstaltungshalle mussten abgesagt werden. Glücklicherweise steht die Veranstaltungshalle nun für die Durchführung von ordnungsgemäßen Gemeinderatssitzungen und anderen Sitzungen während der Pandemiezeit zur Verfügung. Ein weiteres Großprojekt ist die Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses. Die Stadt wird hier rd. 5,4 Mio. € investieren. Nach langer und intensiver Planungszeit haben die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ab November das Feuerwehrgerätehaus geräumt und sind in die Wörtelhalle umgezogen.

Der ehemalige „Kulturtempel“ Wörtelhalle in neuer Funktion

Die Altersabteilung der Feuerwehr und die Aktiven haben wochenlang intensiv und mit vollem Einsatz die Wörtelhalle zur neuen „Wache III“ umgebaut und sich neu eingerichtet. Dieser ehrenamtliche Einsatz ist für die Stadt unbezahlbar. Im Januar wird ein Behelfszelt für die Unterbringung der Feuerwehrfahrzeuge aufgestellt. Auch für den SV08 wurde ein Gastronomiezelt beschafft, das in Kürze aufgestellt wird. Damit ist die Feuerwehr während der rd. 2 Jahre dauernden Bauzeit voll einsatzbereit. Der Teilabbruch im Bestandsgebäude wird bereits Ende Januar beginnen.

Impression des sanierten Feuerwehrgerätehauses in der Adlerstraße

Neben den üblichen Unterhaltungsmaßnahmen konnten auch zahlreiche weitere Vorhaben umgesetzt werden:

  • Neues Urnengrabfeld auf dem Kuppenheimer Friedhof,         
  • Einbau einer Zentral-Gasheizung und Sanierung von städtischen Wohnungen im Alten Krankenhaus,
  • Verbesserung des Hochwasserschutzes für das Regenrückhaltebecken im Neufeld,
  • Umbau der Trinkwassersysteme in der Sporthalle der Favoriteschule und im Cuppamare, die Sanierung der Sporthalle in der Favoriteschule wird 2021 fortgeführt
  • Neugestaltung des Empfangsbereichs im Cuppamare
  • Parkraumkonzept für die Kuppenheimer Innenstadt, 2021 wird das Gebäude Luisenstraße 17 abgerissen und zusätzlicher Parkraum geschaffen
  • Neugestaltung des Kinderbereichs im Cuppamare und des Kinderspielplatzes im Schwalbenweg, 2021 entsteht der neue Spielplatz im Baugebiet Unterer Frauberg

Auch in diesem Jahr sind vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltsplans durch den Gemeinderat mehrere Straßensanierungen wie z. B. in der Favoritestraße oder Sonnenhalde geplant. Zudem soll die Zufahrt zum Reisigplatz asphaltiert werden. Als weiteres Projekt soll der landwirtschaftliche Verbindungsweg zwischen Oberndorf und Kuppenheim, der Essigbuckel, saniert werden. In den vergangenen Jahren wurde intensiv am Ausbau der Radwege rund um Kuppenheim gearbeitet. Ende 2019 konnte der neue durchgängige Radweg nach Muggensturm freigegeben werden. 2020 wurde die neue Brücke am Gewerbekanal, als Teil des in den vergangenen Jahren ausgebauten Radwegs auf dem Kanaldamm Richtung Rastatt, errichtet. Der vom Land bereits seit 10 Jahren zugesagte Neubau des Radwegs Richtung Förcher Kreuzung hat sich leider nochmals verzögert und soll nun dieses Jahr erfolgen. Ebenfalls dieses Jahr wird die Radwegeführung am Bahnhof bzw. am Knotenpunkt L67/K3713 verbessert. Es ist einvernehmlicher politischer Wille aller Mitglieder im Gemeinderat, als nächstes Ziel die Situation für Radfahrer in der Kuppenheimer Innenstadt zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Gemeinderat ein entsprechendes Konzept für die Innenstadt beschlossen. Im südlichen Teil der Friedrichstraße, in der Murgtalstraße sowie im Bereich des Bahnübergangs werden bauliche Maßnahmen erforderlich. Dort wo möglich und rechtlich zulässig, werden entsprechende Radschutzstreifen auf der Fahrbahn aufgebracht. Im Zuge der Umbaumaßnahmen sollen auch mehrere Bushaltestellen barrierefrei umgestaltet werden. Zeitlich werden die Maßnahmen mit den vom Land geplanten Straßensanierungsmaßnahmen entlang der L 67 (Friedrichstraße) koordiniert. Das Land plant die L67 im nördlichen Abschnitt zwischen Bahnhof und Feuerwehrgerätehaus in 2021 und einen weiteren Abschnitt zwischen Ringstraße und dem Alters- und Pflegeheim Haus Fichtental in 2022 zu sanieren. Über Zeitplan, Baustellenorganisation und Bauabschnitte werden wir voraussichtlich im März näher informieren können. Die Stadt Kuppenheim hat sich mit dem im Jahr 2017 vom Gemeinderat verabschiedeten Klimaschutzkonzept ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Die energetische Sanierung von städtischen Gebäuden wird konsequent fortgesetzt und auf allen geeigneten städtischen Dächern sind Photovoltaikanlagen installiert. Zur Erreichung der Klimaziele muss aber vor allem die Verkehrswende gelingen. Daher wird sich die Stadt Kuppenheim auch weiterhin für den Ausbau der Radwege und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen. Als Gründungsmitglied im kommunalen Zusammenschluss der RegioEnergie-Kommunen werden in regelmäßigen Abständen Energiespartipps veröffentlicht. Alle Klimaschutzmaßnahmen können transparent und interaktiv in einer Projektkarte unter www.regioenergie-netzwerk.de eingesehen werden. Die Telekommunikationsdienstleister haben in den vergangenen Jahren den Ausbau des schnellen Internets vor allem im ländlichen Raum vernachlässigt. Ohne schnelles Internet kann jedoch die Digitalisierung nicht gelingen. Die Stadt Kuppenheim ist daher auch am Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis, dem sogenannten Backbone-Netz mit rd. 605.000 € beteiligt. Der Landkreis investiert rd. 43,6 Mio. € und erhält rd. 28,4 Mio. € Fördergelder von Bund und Land. Vorrangiges Ziel ist es, zunächst die Gewerbe- und Industriebetriebe mit schnellem Internet zu versorgen (FTTB-Glasfaser bis ins Haus). Neben den Kuppenheimer Betrieben werden auch unsere Schulen direkt an das Glasfasernetz angebunden. Damit sind Übertragungsraten bis zu 1 Gigabit/s möglich. In Oberndorf und Kuppenheim werden in Kürze mehrere öffentliche WLAN-Hotspots installiert. Diese Hotspots stehen der Öffentlichkeit dann kostenfrei zur Verfügung. Für dieses Projekt "WiFi4EU" erhält die Stadt für Ausrüstung und Installation, Netzanbindung und Instandhaltung Fördermittel der EU. Nur zögerlich laufen leider die Planungen des Regierungspräsidiums für die B3-Neu Ortsumfahrung Kuppenheim. Bislang wurde das sogenannte Scoping-Verfahren durchgeführt und das Regierungspräsidium hat die Vergabe der Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben. Ich hoffe, dass 2021 dieses wichtige Verkehrsprojekt vom Regierungspräsidium in ähnlicher Geschwindigkeit wie eway-BW angegangen wird und die ersten Planungsvarianten im Spätjahr diskutiert werden können. Seit Jahren hat sich der Gemeinderat mit der Frage nach dem passenden Projekt für das städtische Grundstück im Pfaffenacker mit dem Titel „Städtle in der Stadt“ auseinandergesetzt.  Zahlreiche Projektideen wurden geprüft und wieder verworfen. Mit der Stiftung Friedrich Ganz und dem Klinikum-Mittelbaden wurden nun zwei verlässliche Partner für ein herausragendes Projekt gefunden. Nach einer Änderung des Bebauungsplanes entsteht ein Pflegeheim für junge Menschen einschließlich einer generationenübergreifenden Kurzzeitpflege. 

Impression des neuen Pflegeheims im Pfaffenacker

Voraussichtlich können im Spätjahr 2022 die ersten Bewohner das neue Pflegheim beziehen. Die Stiftung Friedrich Ganz wird in dieses regional einzigartige Vorhaben rd. 11 Mio. € investieren. Nicht zuletzt stehen 2021 mit der Landtags- und Bundestagswahl zwei wichtige Wahlen an, deren Organisation unter den momentanen Bedingungen zusätzlich erschwert wird. Hier gilt es geeignete Vorkehrungen zu treffen, damit Wähler und Wahlhelfer bestmöglich geschützt werden. Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr. Vor allem wünsche ich uns allen viel Gesundheit. Hoffen wir, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen und wir dadurch die Pandemie bald hinter uns lassen können. Dann können wir auch bald wieder zur gewohnten Normalität zurückkehren und die in den vergangenen Monaten vernachlässigten sozialen Kontakte wieder pflegen. Bleiben Sie gesund!Herzlichst, Ihr Karsten MußlerBürgermeister

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